Blumen im Regen

(Gisela Grob)

Nun stehn sie nass, wie umgepflügt,
dem Grase ängstlich angeschmiegt
und grollend dem, der sie besiegt,
der ihnen dieses zugefügt.

Und manche ihrer armen Schwestern
hat Regen schmöd verdorben,
und waren doch noch gestern
vom Sonnenstrahl umworben.

Doch schüchtern aus dem nassen Reich
erhebt der Rest sich, noch verwirrt,
ein Falter taumelnd sich verirrt
und tanzt benommen um den Teich.

Auch ich lag einst darnieder
in heißem Schmerz befangen,
zerquält von dumpfem Bangen,
strahlt je die Sonne wieder?

Die Blumen mahnen permanent
mich an mein eigenes Geschick,
nur eines mich von ihnen trennt,
ich fand zum ew'gen Licht zurück!



Du sagst du liebst den Regen

Du sagst du liebst den Regen, aber benutzt einen Regenschirm.
Du sagst du liebst die Sonne, aber bleibst im Schatten wenn sie scheint.
Du sagst du liebst den Wind, aber schließt das Fenster wenn er weht.
Deshalb habe ich Angst, wenn du sagst, dass du mich liebst.

(Bob Marley)


Dorfkirche im Regen

(Hanns von Gumppenberg)

In Bogensprüngen tanzt der Regen
Herab am steilen Kirchendach,
Und unter ihren leisen Schlägen
Wird ein verlornes Klingen wach:

Als sängen alle, die entschliefen,
Die einst sich mühten hier im Tal,
Versammelt in der Kirche Tiefen
Andächtig wieder den Choral!

Und schwerer fällt das Regenschauern,
Und deutlicher ertönt der Chor -
Und dichter hüllt die grauen Mauern
Des trüben Tages Trauerflor.


Im Regen

(Richard Dehmel)

Es stimmt zu mir, es ist ein sinnreich Wetter;
mein Nacken trieft, denn Baum und Borke triefen.
Die Tropfen klatschen durch die schlaffen Blätter;
die nassen Vögel tun, als ob sie schliefen.

Der Himmel brütet im verwaschnen Laube,
als würde nie mehr Licht nach diesem Regen;
nun kann er endlich, ungestört vom Staube,
das Los der Erde gründlich überlegen.

Die Welt fühlt grämlich ihres Alters Schwere:
kein Fünkchen Freude, keine Spur von Trauer.
Und immer steter schwemmt sie mich ins Leere:
kein Staub, kein Licht mehr - grau - und immer grauer.


Des Menschen Seele
Gleicht dem Wasser:
Vom Himmel kommt es,
Zum Himmel steigt es,
Und wieder nieder
Zur Erde muß es,
Ewig wechselnd.
Strömt von der hohen,
Steilen Felswand
Der reine Strahl,
Dann stäubt er lieblich
In Wolkenwellen
Zum glatten Fels,
Und leicht empfangen
Wallt er verschleiernd,
Leisrauschend zur Tiefe nieder.

(Johann Wolfgang von Goethe)




Während des Regens

Voller, dichter tropft ums Dach da,
Tropfen süßer Regengüsse,
Meines Liebchens holde KüsseMehren sich,
je mehr ihr tropfet!
Tropft ihr, darf ich sie umfassen,
Laßt ihr's, will sie mich entlassen;
Himmel, werde nur nicht lichter,
Tropfen, tropfet immer dichter!

(August Kopisch)


Regen, Regen, Regen

(Roman Herberth)

Hoch vom Himmel schnürt der Regen.
Vogelwelten halten still.
Sicher fragst du mich, weswegen.
Weil kein Lied gelingen will.

Alle gönnen sich die Pause.
Und verweilen nun im Nest.
Jeder 'hockt' verstimmt zu Hause.
Denkt, was sich nicht sagen lässt.

Das gilt auch für Vogelkinder.
Wenn es regnet sind sie brav.
Und sie gönnen sich - nicht minder -
einen langen Mittagsschlaf.

Plötzlich lachen Sonnenstrahlen.
Gleich erwacht die Zwitscherwelt.
Vögel plustern sich und prahlen,
weil der Regen nicht mehr fällt.


Der Regen ist hier absolut, großartig und erschreckend.
Diesen Regen schlechtes Wetter zu nennen,
ist so unangemessen, wie es unangemessen ist,
den brennenden Sonnenschein schönes Wetter zu nennen.

(Heinrich Böll) 


Stimme des Regens

(Nikolaus Lenau)

Die Lüfte rasten auf der weiten Heide,
Die Disteln sind so regungslos zu schauen,
So starr, als wären sie aus Stein gehauen,
Bis sie der Wandrer streift mit seinem Kleide.

Und Erd und Himmel haben keine Scheide,
In eins gefallen sind die nebelgrauen,
Zwei Freunden gleich, die sich ihr Leid vertrauen,
Und Mein und Dein vergessen traurig beide.

Nun plötzlich wankt die Distel hin und wider,
Und heftig rauschend bricht der Regen nieder,
Wie laute Antwort auf ein stummes Fragen.

Der Wandrer hört den Regen niederbrausen,
Er hört die windgepeitschte Distel sausen,
Und eine Wehmut fühlt er, nicht zu sagen.


Regen

Da draußen regnet es weit und breit.
Es regnet graugraue Verlassenheit.
Es plaudern tausend flüsternde Zungen.
Es regnet tausend Erinnerungen.
Der Regen Geschichten ums Fenster rauscht.
Die Seele gern dem Regen lauscht.

Der Regen hält dich im Haus gefangen.
Die Seele ist hinter ihm hergegangen.
Die Insichgekehrte ist still erwacht,
Im Regen sie weiteste Wege macht.
Du sitzt mit stummem Gesicht am Fenster,
Empfängst den Besuch der Regengespenster.

(Max Dauthendey)



Öffnest das Fenster,
Regenduft steigt in Deine Nase
So frisch, so rein
Und Du erinnerst Dich, was Atmen heißt.

(Stephan Lentz)


Der Regen

(Roman Herberth)

Der Regen tropft aufs Ziegeldach,
auf graue Häuserwände.
Auf Wellblechhütten schlägt er Krach.
Von Büschen tröpfelt er nur schwach
auf braunes Matschgelände.

Der Regen kommt, wann es ihm passt.
Es gießt so manche Stunde.
Der Regen trommelt ohne Hast
und bleibt ein Weilchen unser Gast.
Wir fluchen eine Runde.

Der Regen tropft aufs Häusermeer
und auf die Sonnenblende.
Die Wolke weint. - Jetzt ist sie leer.
Von nun an tropft es gar nicht mehr.
Der Regen hat ein Ende.


Stelle dich dem Regen entgegen,
laß die eisernen Strahlen dich durchdringen,
gleite in dem Wasser, das dich fortschwemmen will,
aber bleibe doch,
erwarte so aufrecht die plötzlich und endlos einströmende Sonne.

(Franz Kafka)

Gott hat nie einen Unterschied gemacht zwischen schwarz, weiss, blau, rosa oder grün. Menschen sind einfach Menschen. Das ist die Botschaft, die wir zu verbreiten versuchen. --> http://myzitate.de/zitate.php?q=Bob+Marley
Bob Marley Manche Menschen können den Regen spüren. Andere werden nur nass. --> http://myzitate.de/stichwoerter.php?q=Regen
Bob Marley Manche Menschen können den Regen spüren. Andere werden nur nass. --> http://myzitate.de/stichwoerter.php?q=Regen
Bob Marley Manche Menschen können den Regen spüren. Andere werden nur nass. --> http://myzitate.de/stichwoerter.php?q=Regen
Bob Marley Manche Menschen können den Regen spüren. Andere werden nur nass. --> http://myzitate.de/stichwoerter.php?q=Regen


Wer im Regen nicht mit mir tanzt,
wird im Sturm nie bei mir sein.
Und wer im Sturm nicht bei mir ist,
den brauch ich auch bei Sonne nicht!

(Unbekannt)


Der große Regen

(Holger Jürges)

Schau, den Fall der Tropfen
von einem großen Regen,
wie sie gegen Erde klopfen -
flutend sich bewegen.

Rinnend über Fels und Stein,
weiter, nieder, rauschend -
manchmal perlend wie ein Wein,
quellen abertausend.

Still -- ganz still und unverhofft
fließen alle in ein Wehr,
das sich spiegelnd Licht erhofft
durch eine leuchtend Wiederkehr.

Und Winde kräuseln leise
dieses ewig sachte Wehr -
streicheln es auf eine Weise -
ganz vertraut und doch viel mehr.

Wie Menschen stets entfliehen
im Gewand der Zeiten,
sind auch Winde ausgeliehen -
aus Unbegreiflichkeiten.


Trübes Wetter

(Gottfried Keller)

Es ist ein stiller Regentag,
So weich, so ernst, und doch so klar,
Wo durch den Dämmer brechen mag
Die Sonne weiß und sonderbar.

Ein wunderliches Zwielicht spielt
Beschaulich über Berg und Tal;
Natur, halb warm und halb verkühlt,
Sie lächelt noch und weint zumal.

Die Hoffnung, das Verlorensein
Sind gleicher Stärke in mir wach;
Die Lebenslust, die Todespein,
Sie ziehn auf meinem Herzen Schach.

Ich aber, mein bewusstes Ich,
Beschau das Spiel in stiller Ruh,
Und meine Seele rüstet sich
Zum Kampfe mit dem Schicksal zu.


Regen

(Roman Herberth)

Regen prasselt an die Scheiben.
Ein Spaziergang wird vertagt.
Und man wird zuhause bleiben,
doch das nervt und wurmt und nagt.

Dieses Schauspiel herrscht seit Tagen,
was uns auf die Palme bringt.
Mäuse will die Katze jagen,
was ihr aber nicht gelingt.

Dieses Wetter macht mich sauer.
Deshalb bin ich missgestimmt.
Ständig stürmt ein Regenschauer,
was man ihm auch übel nimmt.

Sonniges lässt auf sich warten,
denn die Wolkendecke weint.
Hocherfreut ist nur der Garten.
Regen war noch nie sein Feind.



Stell dir vor:
das Weltmeer und daraus die Verdunstung, die Wolkenbildung und den Regen.
Jeder Regentropfen benetzt die Erde, um sie zu befruchten,
versickert dann und läuft dem Meere wieder zu...
die Verdunstung ist die Zeugung,
die Wolkenbildung ist die Schwangerschaft,
der Regen ist die Geburt,
und jeder Regentropfen ist die Seele eines Menschen!

(Bruno O. Sörensen)


Allein im Regen

(Roman Herberth)

Du stehst allein im Regen,
das tut bekanntlich weh.
Kein Mensch kommt dir entgegen.
Du greifst zur Schnapsidee.

Das führt dich auch nicht weiter.
Kein Regenschirm in Sicht.
Das bringt dich aber leider
ganz aus dem Gleichgewicht.

Verwässert sind die Träume.
Es tropft in dein Gehirn.
Als Zuflucht dienen Bäume,
du bietest dir die Stirn.

Die graue Regenwolke
hat sich nun leer geweint.
Und das hat dann zur Folge,
dass eine Sonne scheint.


Ich sehe aus dem Fenster und denke:
"Schade, daß es heute regnet."
Dann gehe ich aus dem Haus und sage:
"Schön, dieser warme Sommerregen auf der Haut.
Schön, daß es heute regnet."

(Sabine Dietrich)


Landregen

(Ringelnatz, Joachim)

Der Regen rauscht. Der Regen
rauscht schon seit Tagen immerzu.
und Käferchen ertrinken
im Schlamm an den Wegen.
der Wald hat Ruh.
Gelabte Blätter blinken.
Im Regenrauschen schweigen
alle Vögel und zeigen sich nicht.
Es rauscht urewige Musik.
und dennoch sucht mein Blick
ein Streifchen helles Licht.
Fast schäm' ich mich, zu sagen:
ich sehne mich nach etwas Staub.
Ich kann das schwere, kalte Laub
nicht länger mehr ertragen.


Regen

(Selma Meerbaum-Eisinger)

Du gehst. Und der Asphalt ist plötzlich nass
und plötzlich ist das Grün der Bäume neu
und ein Geruch wie von ganz frischem Heu
schlägt dir in dein Gesicht, das heiß und blass
auf diesen Regen wohl gewartet hat.

Die Gräser, welche staubig, müd und matt
sich bis zur Erde haben hingebeugt,
sehen beglückt die Schwalbe, welche nahe fleugt,
und scheinen plötzlich stolz zu sein.

Du aber gehst. Gehst einsam und allein
und weißt nicht, sollst du lachen oder weinen.

Und hier und da sind Sonnenstrahlen, welche scheinen,
als ginge sie der Regen gar nichts an.


Der Regen hat aufgehört, die Wolken sind weggezogen,
und der Himmel ist wieder klar.
Wenn dein Herz rein ist,
dann sind alle Dinge deiner Welt rein.
Gib diese vergängliche Welt auf, gib dich selbst auf.
Dann werden der Mond und die Blumen
dir den Weg weisen.

(Ryokan)  


Im Regen

(Unbekannt)

Du sitzt am Ufer und vor dir der See,
glitzernd in der Sonne liegt.

Siehst du sie, wie sie im Regen hasten,
vor Angst will kein Mensch mehr rasten,

denn unaufhörlich fällt der Regen,
und dabei ists ein wahrer Segen!

Nur für den, der es erkennt,
und nicht davon dann immer rennt,

denn Regen macht alles wieder klar,
was vorher trüb und verborgen war !


Regen

(Theodor Däubler)

Die Sonne hat nur kurz das nasse Tal umschlungen,
Die Pappeln rauschen wieder, neckisch spielt der Wind.
Des Baches Schwermut hat gar lang allein geklungen,
Der Wind ist pfiffiger als ein vergnügtes Kind.

Die Wolken wollen kommen. Alles wurde rauher,
Die blassen Pappeln rascheln wie bei einem Guß.
Die nassen Weiden faßt ein kalter Schauer,
Gewaltig saust die Luft, beinahe wie ein Fluß.

Nun soll der Regen kommen! Und es gieße wieder!
Der Sturm ist kraftbegabtes Lautgebraus,
Der Regen bringt die Rhythmen heller Silberlieder,
Die Pappeln wissen das und schlottern schon voraus.

Dem nassen Tal entwallen kalte Atlashüllen,
Und auch die Nebelhauche tauchen raschelnd auf.
Der Wind beginnt die Flur mit Wispern zu erfüllen,
Die Pappeln biegen sich, das Grau nimmt seinen Lauf.


Es regnet viele Tropfen,
ehe man Einsicht gewinnt,
und Jahre vergehen,
ehe man weise wird.

(Adalbert Stifter)


Nach dem Regen

(Ingo Baumgartner)

Der Regen nimmt dem Dorf die Fröhlichkeit,
tönt Wald und Feld zu nebelgrauen Flächen.
Nach schauspielgleichem Wolken- Strahlenstreit
vermag das Licht die Schwaden zu durchbrechen.

Ein Bogen wölbt sich über Haus und Wiese,
kein festes Zelt nur frohes Farbenspiel.
Den Pinsel führt ein windbewegter Riese,
ein Sommerbildnis ist des Künstlers Ziel.

Die Schatten schwinden auf der freien Flur
und wieder streichen Grillen ihre Geigen.
Die Fiedel lobt die Laune der Natur,
vom Januskopf den schönen Teil zu zeigen.


In jedem Leben muß etwas Regen fallen.
Manche Tage müssen trüb und finster sein.

(Henry Wadsworth Longfellow)


Spazieren im Regen

(Ingo Baumgartner)

Wolken rühren Tropfentrommeln,
Flüsse zeigen Gänsehaut.
Blätter formen Wasserrinnen.
Fahles Grau, wohin man schaut.

Festes Schuhwerk, Schirm und Mütze,
nütze sie, pack Stoff dazu
für die Themen zum Sinnieren
übers Ich und übers Du!

Bald vergisst du klamme Nässe,
schützt dich ein Gedankenschild
diese Unbill zu verspüren.
Palmen rücken in das Bild.

Niemand stört heut deine Spiele
mit der Fantasie - allein
wanderst du durch nasse Schnüre
in den Regentag hinein.


Fröhlicher Regen

(Georg Britting)

Wie der Regen tropft, Regen tropft,
An die Scheiben klopft!
Jeder Strauch ist nass bezopft.

Wie der Regen springt!
In den Blättern singt
Eine Silberuhr.
Durch das Gras hin läuft,
Wie eine Schneckenspur,
Ein Streifen weiß beträuft.

Das stürmische Wasser schießt
In die Regentonne,
Dass die überfließt,
Und in breitem Schwall
Auf den Weg bekiest
Stürzt Fall um Fall.

Und der Regenriese,
Der Blauhimmelhasser,
Silbertropfenprasser,
Niesend fasst in der Bäume Mähnen,
Lustvoll schnaubend in dem herrlichen vielen Wasser.

Und er lacht mit fröhlich weißen Zähnen
Und mit kugelrunden, nassen Freudentränen.

Jeder der sagt,Sonnenschein macht glücklich,
der hat noch niemals im Regen getanzt.

(Unbekannt)


Regen in der Dämmerung

(Hugo von Hofmannsthal)

Der wandernde Wind auf den Wegen
War angefüllt mit süßem Laut,
Der dämmernde rieselnde Regen
War mit Verlangen feucht betaut.

Das rinnende rauschende Wasser
Berauschte verwirrend die Stimmen
Der Träume, die blasser und blasser
Im schwebenden Nebel verschwimmen.

Der Wind in den wehenden Weiden,
Am Wasser der wandernde Wind,
Berauschte die sehnenden Leiden,
Die in der Dämmerung sind.

Der Weg im dämmernden Wehen,
Er führte zu keinem Ziel,
Doch war er gut zu gehen
Im Regend, der rieselnd fiel.

Ein Regenschirm ist ein Kleidungsstück, das

- mitgenommen -

für schönes Wetter sorgt.

 

 

 

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